Gemeinsam Bildung digital erweitern

25. August 2023

Das von der Universität Bern mitgegründete Kompetenzzentrum «BeLEARN» widmet sich der Aufgabe, die Digitalisierung in der Bildung voranzubringen. Im neu eingeweihten Hub, mitten in Bern, werden praxisnahe und hochschulübergreifende Forschungsprojekte umgesetzt.

Celine Anliker

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Fritz Sager bei einer Präsentation
Fritz Sager, Vizerektor Lehre der Universität Bern und Präsident des Vorstands von BeLEARN, eröffnet den neuen Hub mit einer Rede. Bild: Celine Anliker

Im Hub an der Laupenstrasse in Bern herrscht eine feierliche Stimmung. Versammelt hat sich ein Kreis aus Personen der Berner Bildungsszene sowie Forschende und die Geschäftsleitung von «BeLEARN» – einer Initiative des Kanton Bern, die bereits im Jahr 2021 lanciert wurde.

Ziel der Initiative ist es, die Digitalisierung in der Bildung voranzutreiben. Dabei ziehen Forschungsgruppen verschiedener Hochschulen, sowie Bildungsexpertinnen und -experten aus der Wirtschaft und der Geschäftsstelle von BeLEARN an einem Strang – und ergänzen sich durch ihre unterschiedlichen Kompetenzen.

Für den Erfolg der Initiative ist der Austausch sehr wichtig.

Fritz Sager

«Für den Erfolg der Initiative ist der Austausch sehr wichtig», betont Fritz Sager, Vizerektor Lehre der Universität Bern und Präsident des Vorstands von BeLEARN. Diesen soll der eingeweihte Hub fördern: «Erstmals haben wir einen gemeinsamen Begegnungsort, an dem sich neue Projekte verwirklichen lassen», sagt Sager zufrieden.

Förderung digitaler Fertigkeiten – und des Wohlbefindens

Mit BeLEARN ist ein schweizweiter Verein entstanden, der die Forschung in den Bereichen «Digital Skills», «Digital Tools» und «Data Science for Education» antreiben will. Mittlerweile laufen rund 40 Forschungsprojekte an den verschiedenen Hochschulen, die alle durch BeLEARN begleitet werden. Doch wie kann man sich diese konkret vorstellen?

Im Rahmen eines der Projekte – genannt «Forest» –, geht es darum, eine interaktive Lernplattform zu entwickeln, mit deren Hilfe das Wohlbefinden angehender Lehrpersonen gefördert werden soll. «Unser Ziel ist es, die sozial-emotionalen Kompetenzen zu stärken und Lehrpersonen zu unterstützen», erklärt die beteiligte Forscherin, Isabelle Krummenacher, vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Bern. Der erste Prototyp wurde bereits von Studierenden getestet und soll in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Bern und weiteren Schulen im Kanton weiterentwickelt werden.

Vom Roboter im Schulzimmer zur nationalen Bestandesaufnahme

Mit dem Projekt «Digiprim» verfolgen die Forschenden, erklärt Jessica Herzing vom «Interfaculty Centre for Educational Research» (ICER) der Universität Bern, einen ganzheitlicheren Ansatz: Sie möchten einen Gesamtüberblick über den Stand der Digitalisierung an Schweizer Primarschulen gewinnen, der bisher kaum erforscht ist. «Dazu führen wir Befragungen von Schülern, Eltern und Lehrpersonen durch, mithilfe deren Hilfe wir ermitteln, welche digitalen Geräte zur Verfügung stehen und welche Herausforderungen es in der Nutzung gibt», erklärt sie. Ziel des Projekts sei es, die Bedingungen für eine erfolgreiche Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien zu erkennen und praktisch umzusetzen.

Jessica Herzing bei einer Präsentation
Jessica Herzing vom «Interfaculty Centre for Educational Research» (ICER) der Universität Bern erklärt, dass häufig die fehlenden Geräte in der Schule eine Hürde für die Digitalisierung darstellen. Bild: Severine Renggli

Ein weiteres BeLEARN-Projekt findet direkt in den Schulzimmern statt: Der für das Projekt entwickelte Lerncomputer «Thymio» soll die Neugier und das kritische Denken der Schülerinnen und Schüler fördern und Lernpersonen für digitale Technologien sensibilisieren. Thymio reagiert auf einfache Befehle – wie etwa Anweisungen zur Fahrtrichtung oder Reaktionen auf Hindernisse –, die Kinder selbst erlernen und in der Folge direkt dem Lerncomputer erteilen können. «So entwickeln die Kinder spielerisch ein Verständnis dafür, was Roboter sind und wie sie funktionieren», erklärt Jessica Dehler vom Centre for Learning Science (LEARN) der EPFL, die am Projekt beteiligt ist. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit der PH Bern und der EPFL.

Der Praxisbezug macht’s aus

Die Forschungsprojekte haben alle etwas gemeinsam: Sie sind sehr praxisorientiert. Die gewonnen Erkenntnisse werden direkt mit der jeweiligen Zielgruppe getestet und darauf basierend verbessert.

Mit unseren BeLEARN-Projekten versuchen wir Schritt für Schritt zur Bildung von morgen beizutragen.

Katrin Müller

«Durch die Digitalisierung verändert sich die Lehre fortlaufend. Mit unseren BeLEARN-Projekten versuchen wir Schritt für Schritt zur Bildung von morgen beizutragen», sagt Katrin Müller, CEO BeLEARN. Die Kompetenzen der Universität Bern sowie die der anderen Gründungshochschulen tragen also, gemeinsam mit BeLEARN, gezielt zur digitalen Transformation im Bildungsbereich bei.


ÜBER BeLEARN

BeLEARN ist eine Initiative des Kantons Bern und wird als Verein geführt. Zu BeLEARN gehören die folgenden fünf Gründungshochschulen: die Universität Bern, die Pädagogische Hochschule Bern, die Berner Fachhochschule, die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung und die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne. Der Verein besteht aus den Forschungsgruppen der Hochschulen, verschiedenen Start-ups und der Geschäftsstelle. BeLEARN wird durch den Kanton finanziert und durch die Aktivitäten der Hochschulen getragen.

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ZU DEN PERSONEN

Prof. Dr. Fritz Sager

ist Vizerektor Lehre und Professor für Politikwissenschaft am Kompetenzzentrum für Public Management der Universität Bern. Sager engagiert sich als Präsident im Vorstand von BeLEARN.
Kontakt: Prof. Dr. Fritz Sager, [email protected]

Isabelle Krummenacher

ist Doktorandin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Bern und ist die Hauptansprechperson des Projekt Forest: Fostering Resilience in Teacher Education.
Kontakt: Isabelle Krummenacher,  [email protected]

Dr. Jessica Herzing

vom Interfaculty Centre for Educational Research (ICER) der Universität Bern ist Hauptansprechperson des Forschungsprojekt Digiprim: Digitalisierung in Schweizer Schulen und deren Auswirkungen auf Bildungsverläufe.
Kontakt: Dr. Jessica Herzing, [email protected]

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